ich fürchte, ich habe keine ideen ö.Ö
zumindest keine, die in worte fassbar wären ohne vor selbstmitleid zu triefen. aber man soll ja den tag nicht vor dem abend loben (oder äh... verfluchen?!), und wie es scheint ist mein lebensabend noch nicht ganz gekommen...
man muss wohl auch leer sein, wenn man es schafft 3 monate lang konsequent garnichts zu tun. aber man kann ja immer noch versuchen die schuld auf die umstände zu schieben... ja, das internet ist schuld. und das fernsehen. und die gesellschaft, die mich nicht akzeptiert wenn ich in vergammelter jogginghose das haus verlasse (und bitte, ich hab doch keinen bock zu duschen und mir was anständiges anzuziehen, ich meine hallo?!?)
auf die erleuchtung warte ich noch, aber ich bin überzeugt, dass das hier eine moderne form der meditation ist. alles andere wäre mit meinem ausschließlich von tiefgang geprägten wesen auch garnicht zu vereinbaren.
meine "tage" beginnen meist am späten nachmittag, manchmal auch abend. ich stehe auf, schalte den computer an, gehe ins internet, stelle fest, dass es keine neuen mails für mich gibt und gehe mir erstmal was zu essen machen. kaffee kann ich mir nicht kochen, weil ich zu faul bin die maschine mit wasser aufzufüllen, außerdem bin ich unfähig, filterkaffee zu trinken und immer nur espresso ist so schnell getrunken, also bleibt da nur cappuccino und dafür muss man milch aufschäumen. dafür wiederum bräuchte man ein gefäß, in dem man ebendiese milch aufschäumen kann. um dieses zu finden müsste ich mir den weg zur spüle bahnen, dort naserümpfend unter töpfen und tellern suchen, das gefäß ins bad tragen (weil, wie gesagt, in der spüle ist kein platz), dort erstmal ein paar stunden einweichen, dann irgendwie die eingetrocknete milch vom letzten mal mit den fingern unter fließendem wasser entfernen (nicht dass ich keinen schwamm hätte... aber nur gott weiß wo der abgeblieben ist... und wer denkt beim einkaufen schon an schwämme?!). dann würde ich den kühlschrank öffnen, die milch herausholen, eingießen und feststellen dass sie sauer geworden ist und ich keine neue hab. letztendlich würde ich also doch espresso trinken. und das natürlich auch nur vorausgesetzt ich schaffe es irgendwann mal den wassertank der espresso-maschine nachzufüllen - und die espressotassen abzuwaschen. und dafür wiederum müsste ich mir erst den weg zur spüle bahnen, nach der tasse suchen... naja, usw.
toast oder etwas ähnliches finde ich zum glück meistens noch irgendwo, oder wenn ich ganz viel glück habe ist in der tiefkühltruhe noch eine pizza.
da immer noch keine neue e-mail eingetroffen ist, und essen vorm fernseher nunmal einfach besser schmeckt, setze ich mich auf den genau auf die ausmaße meines hinterns abgestimmten teil des sofas, der nicht mit büchern, zeitschriften, katalogen und schokoladenpapier vollgestapielt ist und schalte den fernseher an. wenn ich nicht zu lange geschlafen habe schaffe ich's noch rechtzeitig zu den simpsons oder "das perfekte dinner". falls nicht zappe ich durch meine 12 kanäle und schalte, sollte ich nichts interessantes finden, friends auf dvd ein. da ich jede folge schon mindestens 5 mal gesehen habe und sogar auf englisch auswendig mitsprechen kann, sinken meine ansprüche, was das fernsehprogramm angeht zusehends.
unterbrochen von gelegentlichen gängen in die küche (immer auf der verzweifelten suche nach irgend etwas ess- und genießbarem) und zu meinem laptop ("verdammt, immer noch keine mail") kann ich so eine bis 10 stunden verbringen.
gegen 4 uhr morgens (immerhin...) bin ich dann meistens doch im bett und lese noch ein wenig oder blättere in zeitschriften, oder schreibe pseudointellektuelles depressives gelaber in mein "moleskine"-tagebuch (ich bin ja so emoooo...).
je nach stimmung kann die zeit bis zum einschlafen jetzt auf zwei arten überbrückt werden. entweder ich lasse mich in eine spirale aus negativen gedanken und verzweiflung ziehen, fange an theatralisch in meine kissen zu schluchzen und die welt für meine einsamkeit zu verfluchen, meinem hass auf die menschheit freien lauf zu lassen bis er sich schließlich gebündelt wieder gegen mich selbst richtet, um mir letztendlich (weil, zumindest das ist gewiss, immer irgendwann der morgen kommt, es hell wird und ich es doch irgendwie schaffe, mich zumindest soweit zu beruhigen, dass mein puls wieder normal wird) zu schwören, dass dies der allerletzte tag war den ich so verbracht habe, ab morgen alles anders wird und ich, sobald es spät genug ist, aufstehen und erstmal die wohnung aufräumen und putzen werde (da ich letztendlich, und sei es schon 11 uhr vormittags, doch vor erschöpfung - vom heulen, nicht vom putzen versteht sich - einschlafe, und ein um 18 uhr begonnener tag von vornherein dazu verdammt ist ergebnis- und erfolglos zu enden, lösen sich meine pläne natürlich irgendwann in luft auf) oder... naja, ich mache vorm einschlafen noch was anderes und beschließe gleich, dass der erste tag vom rest meines lebens wohl erst übermorgen sein wird.
Sonntag, 9. September 2007
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